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Ashoka Fellows 2007

Wir begrüssen dieses Jahr sechs neue Social Entrepreneurs aus Deutschland in Ashokas internationales Stipendiaten- und Fördernetzwerk.

Social Entrepreneur Volker Baisch

Volker Baisch löst das Problem, dass Väter oft davor zurückschrecken, mehr Zeit in Familie und Kinderbetreuung zu investieren, weil sie Nachteile im Beruf fürchten – was nicht selten dazu führt, dass zuhause Spannungen auftreten und Kinderbetreuung an den Frauen hängen bleibt. Volker Baisch arbeitet erfolgreich mit Unternehmen daran, die herrschende Kultur zu ändern, dass Männer, die auf ihre Kinder aufpassen, nicht ernst genommen werden und ihre Aufstiegschancen vertun. Überzeugt davon, dass Elternschaft u.a. beruflich relevante Fähigkeiten wie Multitasking, Empathie, Verhandlungsführung oder Geduld stählt, bringt er Personalabteilungen und Vorstände dazu, umzudenken: Sie beginnen, Elternzeit als Qualifikation zu verstehen und aktiv Anreize zu setzen, damit Väter Auszeit nehmen können. Um Männern den Zugang zu ihren Kindern zu erleichtern, bringt er Groß und Klein in seinen Väterzentren zusammen; vernetzt Väter über seine Internet-Plattform und propagiert ein Rollenmodell, das aktive Vaterschaft und Karriere nicht als Gegensatz begreift, sondern als ideale Ergänzung. Sein Ziel ist es, dass Paare sich frei entscheiden können, wie sie ihre Zeit zwischen Familie und Beruf aufteilen. In Hamburg begonnen, arbeitet Volker Baisch gerade an der Ausweitung seines Konzepts auf Deutschland. Mit dem Thema Väter und Kinder hatte sich der Pädagoge und Coach schon jahrelang beruflich auseinandergesetzt. Als er nach der Geburt seiner ersten Tochter 2001 in Vaterschaft gehen wollte und merkte, dass dieser Wunsch sowohl ihn als auch seine Umwelt stark forderte, gab dies den Anstoß für Väter e.V.

Zur Webseite: www.vaeter.de

Zum Videoportrait von Volker Baisch

 

Social Entrepreneur Bernd Gebert

Bernd Gebert verbreitet unter Jugendlichen Begeisterung für Eigeninitiative und Mut zur Tatkraft. Unter dem Motto "Das macht Schule" baut er eine Jugendbewegung auf, die Hilfe zur Selbsthilfe gibt und Kinder anregt, ihre Schule und ihr Umfeld zu verändern und zu verschönern. Durch niedrigschwellige, aber kurzweilige und selbst organisierte Gemeinschaftsaktivitäten wie die Renovierung von Klassenzimmern machen Kinder und Jugendliche zunächst die prägende Erfahrung, dass Eigenverantwortung und Selbermachen mitreißen und der Schlüssel zum Erfolg sind. Bernd Gebert kanalisiert die dadurch entstehende Begeisterung mithilfe einer interaktiven Website, die Kindern Anreize und Hilfe für den Aufbau neuer Projekte gibt und die die einzelnen Teams untereinander vernetzt. Er baut strategische Partnerschaften mit Unternehmen und sozialen Organisationen, die die Jugendlichen unterstützen. So schafft er in der Gesellschaft eine positive Stimmung, dass Veränderung nicht nur möglich ist, sondern einfach ist und Spaß macht. In Hamburg zuhause, hat Bernd Gebert inzwischen seine Kommunikationsagentur verkauft, seinen Job als Marketingstratege an den Nagel gehängt und arbeitet nun Vollzeit an der nationalen Ausbreitung seines Programms.

Zur Webseite: www.das-macht-schule.net

Zum Videoportrait von Bernd Gebert

 

Social Entrepreneur Jürgen Griesbeck

Jürgen Griesbeck hat das global agierende Netzwerk "streetfootballworld" geschaffen: Er verbindet weltweit Organisationen, die Fußball mit Bildungsinhalten – Gesundheit, Umweltschutz, Gewaltprävention oder Integration – koppeln und damit das Leben benachteiligter Menschen positiv verändern. Die Regeln dieser Art des Fußballs sind anders und werden von jungen Menschen selbst gesetzt: Damit Tore gezählt werden, machen z.B. jugendliche Spieler in Kenia Müllrecycling populär, in Südafrika klären sie Mitschüler über HIV Aids auf, in Kolumbien haben sie beschlossen, dass Mädchen die Hälfte der Mannschaft stellen. Dadurch, dass Jürgen Griesbeck die Vielfalt dieser Ansätze in ihrer Gesamtheit zeigt, eröffnet er neue Entwicklungsmöglichkeiten und erzeugt ein Klima sozialen Wandels. Gleichzeitig systematisiert er den Austausch der Organisationen untereinander, verhilft ihnen zu neuer Bekanntheit, lenkt soziale Investitionen in den Sektor und setzt "Fußball für sozialen Wandel" auf die Agenda globaler Entscheidungsträger. Jürgen Griesbeck interessiert sich für die soziale Dimension von Fußball, seit ein kolumbianischer Fußballspieler und Freund von ihm wegen eines Eigentores von Fans erschossen wurde. Damals Gastdozent in Medellín, eine der gewalttätigsten Städte der Welt, entwickelte Jürgen Griesbeck die Idee eines Straßenfußballprojekts, das binnen eines Jahres 500 Teams aus gewaltbereiten Jugendlichen friedlich kicken ließ. Zurück in Deutschland, startete er 2000 in Brandenburg das Projekt "Straßenfußball für Toleranz" gegen Rechts und begann ein Jahr später, seine Erkenntnisse auf eine globale Ebene zu bringen und streetfootballworld ins Leben zu rufen.

Zur Webseite: www.streetfootballworld.org

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Social Entrepreneur Dr. Johannes Hengstenberg

Johannes Hengstenberg macht Bürger zu Energie- und CO2-Sparern im Alltag. Er zeigt, dass Klimaschutz nicht nur Sache von Wissenschaft, Regierung und Unternehmen ist, sondern jeder einzelne einfach dazu beitragen kann und dabei sogar noch Geld spart. Er zeigt Verbrauchern mit seinen co2online-Ratgebern und Heizspiegeln, wie groß ihr Sparpotenzial bei Strom- und Heizkosten ist. Er berät sie über das Web individuell und unentgeltlich und rechnet vor, wie energieeffiziente Elektrogeräte oder die Modernisierung des Hauses sich auch finanziell lohnen. Über das pragmatische Argument des Geldsparens holt er auch alle Bürger ab, die nicht primär ökologisch motiviert sind. So wird die Debatte über Klimaschutz handfest und konkret. Mehr als 2,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden die über 1,8 Millionen Nutzer seit Beginn der Kampagne „Klima sucht Schutz“ Mitte 2004 - und täglich werden es mehr. Johannes Hengstenberg hat seine Online-Ratgeber und CO2 Rechner hunderten von Partnern in Deutschland überlassen, die das Know-how unter eigenem Namen und für die Nutzer unentgeltlich verbreiten können. Gleichzeitig hilft er mit seiner gemeinnützigen Firma co2online Energieunternehmen, Herstellern von Heizungs- und Dämmsystemen sowie Installateurbetrieben, ihre klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen schneller im Markt durchzusetzen. Von seinem Büro in Berlin aus hat er inzwischen mit der Verbreitung in Europa begonnen. Bevor er sich mit co2online selbständig machte, hat der promovierte Politologe nach der Wende eine Umweltorganisation in Ostdeutschland gegründet, er war Mitgründer des Global Challenges Network und Forschungsstipendiat am Starnberger Max-Planck-Institut bei Jürgen Habermas und Carl-Friedrich von Weizsäcker.

Zur Webseite: www.co2online.de

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Social Entrepreneur Judy Korn

Judy Korn arbeitet mit einer der herausforderndsten Zielgruppen: Sie bewegt rechtsextrem orientierte jugendliche Gewaltstraftäter dazu aufzuhören, rassistisch motivierte Gewaltverbrechen zu begehen. Sie setzt dort an, wo diese Jugendlichen oft am Ende ihrer "Karriere" als Straftäter landen: im Gefängnis.
Ihr Programm "Verantwortung übernehmen - Abschied von Hass und Gewalt" kombiniert Anti-Gewalt-Training mit interaktiver politischer Bildungsarbeit und zeigt den Tätern die Sinnlosigkeit ihrer Ideologie und die Konsequenzen ihres bisherigen Handelns. Durch ein umfassendes Trainings- und Betreuungsprogramm hilft sie den Personen auch nach ihrer Entlassung, sich von der extremen Szene fernzuhalten, positive Beziehungen aufzubauen und sich in die Gesellschaft einzugliedern. Judy Korn arbeitet seit Beginn des Jahres daran, ihr Programm auf andere ideologisch, religiös und kulturell motivierte Straftäter auszuweiten. In Brandenburg an den Start gegangen, ist sie inzwischen in sechs Bundesländern tätig und kooperiert mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in Irland, den Niederlanden, England und den USA. Gegen Rechtsextremismus geht Judy Korn vor, seit sie 14 ist und ihre Freunde von Neonazis zusammengeschlagen wurden. Schon damals schaffte sie es, die Gewalt der Gruppierung einzudämmen und ein friedliches Zusammenleben der Jugendliche in ihrem Kiez zu ermöglichen. Vor dem Start ihres jetzigen Programms hat sie ein Mediatorenprogramm an Berlins Schulen aufgebaut, das gewalttätigen Schülern erfolgreich die Rolle des Streitschlichters zuweist.

Zur Webseite: ww.violence-prevention-network.de

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Social Entrepreneur Norbert Kunz

Norbert Kunz ebnet benachteiligten jungen Erwachsenen und Menschen mit Behinderung erfolgreich den Weg in die Selbständigkeit, vor allem in strukturschwachen Regionen im Osten, wo es wenig Beschäftigung gibt, die Besten weggezogen und die Zukunftsperspektiven düster sind. Überzeugt davon, dass lebenslange Angestelltenverhältnisse Vergangenheit sind, hat er mit seinem Programm Enterprise ein umfassendes, regional verankertes Beratungs- und Finanzierungssystem aufgebaut: Betriebe, IHK, Handwerkskammer, soziale Organisationen und Arbeitsämter helfen jungen Menschen nun in Absprache miteinander gezielt vor, während und nach der Gründung, Banken ermöglichen ihnen über Kleinstkredite die Finanzierung ihres Unterfangens, und erfolgreiche Manager und Unternehmer coachen sie. Mehr als 1000 junge Erwachsene haben bislang ihr eigenes Geschäft aufgebaut. Norbert Kunz verbreitet seine Methoden über die EU in andere Länder und will vor allem nach Osteuropa expandieren. Er wohnt in Berlin, wo er seit seiner Studienzeit in der Weiterbildung tätig ist. Vor dem Aufbau von Enterprise hat er in den neunziger Jahren an Reformen des Berufsbildungssystem mitgewirkt, so das es auch für benachteiligte Jugendliche ohne formalen Schulabschluss zugängig wurde. Norbert Kunz ist zudem einer der Gründer des Deutschen Mikrofinanz Instituts und des Verbands Deutscher Gründungsinitiativen.

Zur Webseite: http://www.iq-consult.com

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