Bildung und Jugend
Ashoka Fellows haben erkannt, dass die dominierende Methode zu unterrichten – Kinder mit Fakten zu füttern - durch eine neue Methode ersetzt werden muss, die der Jugend hilft, sich selbst im Lernprozess zu engagieren und ihren Verstand durch Problemlösung, Beschlussfassung und Kreativität zu erweitern. Lernen fängt nicht an der Klassenzimmertür an und hört dort auf, vielmehr muss es in das Leben der Kinder integriert und im Zusammenhang mit ihrer Herkunft und Geschichte gesehen werden. Fellows beherzigen in ihrer Arbeit, dass Schule und Lernen eine relevante, interessante Erfahrung für Kinder sein muss, um deren Aufmerksamkeit nicht durch Fernsehen- und Bildschirmspiele oder im schlimmsten Falle Drogen und Verbrechen abzulenken.
1999 hat Ashoka das Youth Venture Programm angestoßen, das auf die Erfahrung und das Wissen von mehr als 400 Ashoka Fellows zugreift, die wirkungsvolle neue Prinzipien zu allen Aspekten des Lernens entwickelt haben. Youth Venture zielt darauf ab, das Leben der Jugendlichen zu verbessern indem es ihnen ihre eigenen Möglichkeiten zeigt, sozialen Wandel zu generieren und so ihre Welt zu verändern.
Die Schule zu den Kindern bringen, nicht die Kinder zur Schule
Die indischer Fellow Inderjit Khurana bringt die Schule zu Tausenden von Kindern, die vorher ihre Tage mit Betteln auf Bahnhofsgleisen verbrachten anstatt zur Schule zu gehen. Indem sie diese "Gleisschulen" an den Bahnhöfen eröffnete, hat Inderjit eine kreative Atmosphäre geschaffen, die Kindern die grundlegenden Kenntnisse der akademischen und lebensnotwendigen Bildung anbietet. Mit dieser können sie produktiv arbeiten und somit ihren Gemeinschaften etwas beizutragen.
Emotionale Kompetenz gegen aggressives Verhalten unter Kindern
Mary Gordon lehrt Schülern bis 14 Jahren emotionale Kompetenz — auf eine besondere Art: Schulklassen "adoptieren" ein Baby aus einer Familie in ihrem Stadtteil. Unter Aufsicht eines geschulten Mitarbeiters und der Eltern besuchen sie "ihr" Kind mindestens einmal im Monat, lernen, wie man es füttert und wickelt, haben Anteil an seiner Entwicklung vom hilflosen Säugling bis zum neugierigen, tapsigen Zweijährigen. Der Clue dabei: Die Babies können ihren Gemütszustand nicht verbal kommunizieren — und die Schüler sind auf einmal herausgefordert, anhand der Gestik und Mimik des Babys sein Befinden zu "erfühlen". Sie müssen auf ihre Intuition achten, Impulse deuten — und lernen so, in sich hineinzuhorchen, lange verschüttete Emotionen wieder wahrzunehmen.
Die digitale Kluft bekämpfen
Rodrigo gründete das CDI, das Comittee für Demokratisierung und Informationstechnologie', welches zum Ziel hat, 'Menschenrechts- und Computerschulen' in Favelas zu eröffnen. Die Favela-Gemeinde stellt den Raum zur Verfügung, CDI installiert die Computer und bildet 2 junge Menschen aus dem Slum als Lehrer aus. Anschließend lernen in jeder Schule im Monat bis zu 120 arme Kinder, wie man einen Computer benutzt — aber nicht nur das: Die Kinder erwerben ihre IT-Fähigkeiten, indem sie sich mit einem Thema befassen, das für sie in ihrer Umgebung unmittelbare Relevanz hat, z.B. Drogenhandel oder Abtreibung.





